Es raucht, es säuft und manchmal bumst es auch. Dieses Klischee erfüllt mein Bus seit gestern Abend voll und ganz. Der Motor zieht irgendwo Nebenluft und das Ergebnis ist eine große Schüttelei. Fehlzündungen, bockiges Verhalten in niederen Drehzahlen, Motorabsterben im Standgas und ein extrem mieser Lauf[1]. Auch eine Art die magische 200.000er Grenze zu feiern. Es fehlen zwar noch 300km aber gefeiert darf trotzdem schon werden. Und ich habe mich schon gefragt was zur Hölle ich an Weihnachten machen soll. Mal sehen wo der Hund begraben liegt. Irgendwas ist ja immer 😀

[1] Und wir fahren trotzdem weiter! Prost!

Bei Busdorf gelegen befindet sich direkt an der B77 eine größere Tankstelle. Hier wurde ich heute mit Service verwöhnt, der mir glatt einen Eintrag im Blog wert ist. Und das meine ich absolut nicht sarkastisch. Wegen schlechten Timing meinerseits stand ich heute früh nach der Arbeit vor abgeschlossener Wohnungstüre. Auf der Suche nach einem warmen Platz, um mich von der Nachtschicht zu erholen, landete ich auf dem Parkplatz für Wohnmobile. Hier gab es Stromzapfsäulen für den nicht geringen Betrag von 2 Euro für 2 Stunden. Da ich mich ja auch nur ein paar Stunden aufs Ohr hauen wollte, kaufte ich eine dieser speziellen Marken. An der Säule dann der Schreck: Es gab nur diese dreipoligen Anschlüsse. Den habe ich zwar auch am Bus, aber mein Adapterkabel ist auf die normalen Steckdosen ausgelegt. Auf dem Absatz kehrt mal nachgefragt ob es noch andere Möglichkeiten gibt – und es gab:

Eigentlich nur für LKW war der Parkplatz wegen dem Container sowieso halb blockiert und wie perfekt für mich. Für meine zwei Euro durfte ich mich “so lange ran hängen wie ich wollte”. Nachdem mir der zugehörige Verteiler aufgeschlossen wurde, hatte ich also für den Rest des Tages einen wunderbar warmen Bus. Dabei half auch die neue Isolierung, mit der ich vor zwei Tagen fertig geworden bin. Diesmal habe ich sogar die Türen vorne isoliert. Matratze und Bettzeug sowieso immer dabei, plünderte ich meinen eingelagerten Notvorrat und frühstückte ausgiebig und brühte mir ein paar Tassen heißen Tee auf. Als ich später dann noch mit meinem leeren Wasserkanister noch einmal in der Tankstelle vorbei sah, wurde mir schon ohne groß zu fragen der Vierkantschlüssel für den Frischwasserhahn entgegen geschoben. Das nenne ich Service! (Die sauberen Toiletten waren übrigens auch gratis und Dusche gäbe es auch). Ebenfalls sehr interessant für mich: Nur eine Strasse weiter im Industriegebiet befindet sich eine der wenigen Discotheken in dieser Gegend: Discothek Vineta. Mal sehen was nächsten Freitag läuft.

Den Rest des sonntags habe ich übrigens komplett verschlafen 😀 😉

..für heute vollbracht. Auf der Autobahn unterwegs zur Arbeit ist ein VW liegen geblieben und zwei der Jugendlichen darin mussten dringend zu einem Wettkampf in Kiel. Da war ich schon lange nicht mehr und das Spritgeld habe ich auch wieder bekommen 🙂 Schön, wenn man helfen konnte. Ein wirklicher Umweg war es auch nicht, da ich ja in der Gegend gerade arbeite.

Tja – und im Anschluss habe ich dem Firmenwagen ein paar ordentliche Kratzer verpasst. Warum muss mir so etwas passieren? Ich rutsche elegant über/durch Laub, Wasser und Eis, komme mit heftigen Windböen, Regen Regen Regen und miesen Stoßdämpfern zurecht und bei schnöden Rückwärtsfahren streife ich eine Mauerecke, die sich hybsch niedrig im toten Winkel versteckte. Natürlich steht der Chef daneben. Mal sehen wie ich das wieder gerade gebogen bekomme 🙁 Wobei verbogen ist ja zum Glück nichts und zwei Spraydosen in Wagenfarbe sind auch noch da.

Für den Rest des Tages habe ich mich direkt an die Hafenmauer geparkt und dem Treiben der Wellen bei ausnahmsweise sternenklarer Nacht mit ein paar Tassen heißen Tee zugesehen. Wenn das Foto etwas geworden ist, gibt es das hier morgen an selber Stelle.