Kuriose Webnutzungs-Entwicklungen – Ein Bloggespräch mit Johannes Mirus by Annette SchwindtAnnette Schwindt (annetteschwindt.de)
Sonst treffen wir uns offline zum Essen oder beim digitalen Stammtisch, um uns über unsere jeweiligen Projekte und Entwicklungen zu unterhalten. Seit Corona konnten wir das aber nicht mehr und “sehen” uns nur noch online. Zuletzt auf Twitter bei der Frage, warum immer mehr Leute in ellenlangen ...

Ja, das gefällt mir wieder und spricht mir aus der Seele. Dieses “Schnippsel-Blogging” auf Twitter ist super anstrengend und die Idee das dann wieder über einen Bot zusammen kleben zu lassen führt das dann echt ad absurdum. Dinge, die ein Blogbeitrag hätten werden sollen halt. Warum Twitter an dieser unsäglichen Zeichengrenze fest hält ist mir auch schleierhaft, kann man doch im Gegensatz zu den paar Zeichen Videos mit Länge von über einer Stunde einbetten? Naja, wird schon seine Gründe haben. Vermutlich irgendwas mit Firmenpolitik.

Ob es nun das oder der Blog ist kratzt mich da nicht einmal. Je nach Tagesform schreibe ich selbst den letzten Mist zusammen. Wir sind ja nicht alle Print-Redakteure, ne? Das sieht man ja besonders auf Facebook sehr gut 😉

Über dieses werde ich mich nun nicht einmal weiter auslassen. Was mit dem Laden nicht stimmt ist nicht in der AGB zu finden. Was ich aber schwer hoffe ist, dass die Menschen lernen wieder ohne Facebook auszukommen. Von mir aus gerne wieder mit Blogs.

Ja natürlich ist die Hürde da [wieder] ungleich höher – alleine weil ja nichts mehr ohne Datenschutzerklärung und Impressum läuft und man plötzlich viel angreifbarer wird. Und das ist auch der einzige Grund warum sich Plattformen wie Facebook überhaupt durchsetzen konnten. Es ist einfach… einfacher – und um vieles muss man sich ganz bequem keine Gedanken mehr machen.

Dabei muss man noch nicht einmal auf das ganze Zeug wie Kommentieren, Herzen und Teilen verzichten. Das IndieWeb zeigt wie es gehen könnte – und das völlig dezentral und nur mit semantischen HTML. Leider kann Dein Blog das (noch?) nicht @annetteschwindt, und darum wird das hier für Dich höchstens ein Pingback, der vermutlich im Spam landet 🙁

Es muss möglich sein dass Anwender wieder die Kontrolle über ihre Online Präsenz erlangen können. Und da greift euer Blog-Gespräch, getaggt mit Medienkompetenz, deutlich zu kurz. Es werden [mal wieder] keine Alternativen genannt oder aufgezeigt. Es geht! Es ist nur (noch?) nicht bequem oder einfach.

Schaut euch zum Beispiel mal so was wie das Micro Blog Projekt an, die zeigen wie es gehen könnte. Schon ist man ist nicht mehr auf Gedeih und Verderb der Willkür einer Firma wie Facebook angewiesen, welche die Macht hat eine über Jahre gepflegte Präsenz von heute auf morgen einfach so zu vernichten.

Und wer es dann mal mit einem eigenen Blog (as in Selfhosting) versuchen möchte _kann_ da wenigstens jederzeit umziehen. Eine eigene Domain macht es möglich und ist sogar explizit erwünscht!

Ja und wer sich dann noch mit dem Fediverse verknüpft, am besten direkt mit dem eigenen Blog, vermisst eigentlich nichts mehr.

Gibt sogar ne App für 😉

Hat tip @Johannes@bonn.social