Nach einer knappen Woche barfuß[1] ist der örtliche (und einzige im der ganzen Kommune) Schuster mit meinen guten alten Bundeswehrstiefeln fertig. Was als 4-Tagejob angesetzt war artete in ungeahnte Arbeit aus. Er konnte nicht wissen, dass es sich um Deutsche Armeestiefel handelte. Die Dinger sind zäh und so hat er am Ende mit seiner letzten Ledernadel die Arbeit gerade noch fertig stellen können. Gemacht werden mussten die Sohlen vorne komplett und das Innenfutter an der Ferse mal wieder. Nun habe ich Winterbesohlung. Spikes quasi schon im Profil eingebaut. Sehr praktisch für den sicheren Stand auch auf Eis. Ihm bei der Arbeit zu zusehen eine wahre Freude. Antiquierte Werkzeuge, die aber durchaus ihren Zweck erfüllten, und Liebe zum Detail. Mit den Vertröstungen auf den nächsten Tag kann ich leben, da ich ihm selbst gesagt habe, dass er sich Zeit lassen soll. Gute Arbeit kostet eben Zeit. Gekostet hat der ganze Spaß nur 240 SEK (Vorkostenanschlag waren 200 SEK). Das sind umgerechnet 26 Euro. Dafür bekommt man in Deutschland mit Glück ein paar taugliche Schnürsenkel.

[1] Peter hat mir zwar netterweise ein Paar seiner alten Stiefel überlassen, doch drückten die überall noch. Inzwischen habe ich mich zwar auch an diese gewöhnt (oder andersherum), aber wir haben schließlich Sommer und barfuß macht mehr Spaß 🙂