Dieses Wochenende stehen Kommunalwahlen in Piteå an. Zwar bin ich nur Einwanderer, doch darf ich hier ebenfalls schon mitwählen. Das ganze funktioniert eigentlich genau wie in Deutschland bis auf ein paar kleine Details. Da ist zum Beispiel erwähnenswert, dass man auch “Nichts” wählen kann. Dabei bleibt man aber nicht einfach zu hause, sondern wirft einen entsprechenden Wahlschein in die Urne. Damit wird signalisiert: Ich nehme mein Wahlrecht wahr, aber bin mit keiner der verfügbaren Parteien zufrieden. Eine Art stiller Protest, der sich trotzdem von den Nichtwählern abhebt. Im Moment bestimmen übrigens die Sozialdemokraten und es ist deren Schaffen, dass Einwanderer wie ich gratis Schwedisch lernen dürfen.

Heute war auf jeden Fall Informationstag zum Thema Parteien und Politik in unserer Schule. Entsprechend drehte sich heute alles im Unterricht um die Wahl – oder Schwedisch “Val”. Zwischendurch informierten wir uns an den Ständen der verschiedenen Parteien. Einige haben dabei sogar Flyer in dutzend anderen Sprachen und geben auch gerne auf Englisch Auskunft. Da alle Stände dicht zusammen stehen, werden wir auch Zeugen einiger hitziger Wortgefechte. Überall ertönt übrigens das selbe Lied: Geht wählen – egal was. Hauptsache ihr geht alle zur Wahlurne. Genau wie in Deutschland nehmen viele ihr Wahlrecht nicht wahr. Die Sozialdemokraten haben dazu einen netten Flyer entworfen:


Gehe am 17. September wählen und bringe einen Freund mit!