Langsam gewöhne ich mich wieder an die Öffentlichen. Rein in den Bus, Scheuklappen ins Ohr und die Musik von den Handys der tauschwütigen Schüler übertönen und Augen schließen. Nach 15 Minuten Schlaf raus und mit dem Cityflitzer den Kreislauf wieder in Schwung bringen. Den Dreh habe ich inzwischen heraus und mit den neuen Rollen, die ich heute montiert habe, bremst er auch wieder richtig klasse. Die alten Rollen hatten nämlich schon Risse so breit wie Streichhölzer und waren schon lange nicht mehr rund. Die Busse kommen inzwischen auch wieder ausgesprochen pünktlich und fahren wieder mit Anzeigen. Den Grund für das Desaster in meiner ersten Woche kenne ich inzwischen auch. Wöhr Tours, der hiesige Busunternehmer, musste wohl jüngst schwere Verluste durch einen Hallenbrand in seiner Fahrzeugflotte hin nehmen.


(Bild entstand am Towel Day 2007)

Auf der Arbeit geht es auch voran und meine sechsmonatige Probezeit habe ich mit Bravour bestanden. Leider musste mich Lady, meine engste Kollegin in rot, schon nach kurzer Zeit wieder verlassen. An die Stelle des völlig erledigten T4 trat ein gelber T5 den ich auf den Namen Paketbomber getauft habe. Wenigstens wieder ein VW-Bus und mit langen Radstand ist der Spaß garantiert. Wir haben uns schnell aneinander gewöhnt und unsere ersten 15.000 Kilometer zusammen runter.

Bei der Post habe ich mich inzwischen gut eingelebt und komme mit den meisten Mitarbeitern super zurecht. Es erstaunt mich immer wieder, wie wir trotz der ganzen Hektik und dem vielen Stress alles täglich bewältigen und nebenher trotzdem noch Zeit für einen freundlichen Plausch und eine Tasse Kaffee aufbringen. Als Bonus bei dieser Arbeit kann ich mir übrigens sogar ein Fitnesscenter sparen 🙂

Und wir brauchen ein neues Blatt für die Strichliste der Beutetiere, die Katze[1] mit nach Hause bringt. Hat sie sich zu Anfang noch sehr zurück gehalten, kennt sie sich inzwischen in ihrem neuen Revier sehr gut aus und ist zum Schrecken der Nager, Vögel und Schlangen geworden. Einen Marder [2] hat sie aber zum Glück noch nicht nach Hause gebracht.

[1] Nein, da fehlt kein Wort. Die Katze heißt Katze. Fertig.
[2] Das hat die Katze einer Freundin geschafft.