Nicht bei mir, aber bei der Golf-Fahrerin vor mir. Da fährt man mit gemütlichen 70km/h vom Einkaufen nach Hause, da macht es plötzlich vor mir Krach und viel Fell fliegt zappelnd auf der anderen Straßenseite in die Botanik. Zwischen dem Beruhigen der geschockten Golf-Fahrerin und dem Aufstellen des Warndreiecks denke ich mir: Da kommst du gerade aus Schweden zurück, und solltest endlich Ruhe vor Viechern auf der Fahrbahn haben, und dann so etwas. Für das Reh kommt jede Hilfe zu spät – für mein Warndreieck auch, was der nächste Gaffer prompt über den Haufen fährt. Meiner Meinung nach sollte jeder, der ein Warndreieck, das an einer Unfallstelle neben der Fahrbahn steht, über den Haufen fährt (und dann natürlich noch abhaut), gleich noch einmal in die Fahrschule geschickt werden.

Nur 15 Minuten später taucht auch der zuständige Jäger auf und sammelt das tote Reh ein. Die Polizei kommt garnicht erst, obwohl die nächste Dienststelle drei Autominuten entfernt ist. Ich wünsche der Golf-Fahrerin noch viel Spaß im Urlaub, der morgen beginnen soll, und sehe zu dass meine Einkäufe endlich in die Tiefkühltruhe kommen. Trostpflaster für die Golf-Fahrerin: Der ADAC, bei dem sie Mitglied ist, übernimmt in einem solchen Fall scheinbar die Eigenbeteiligung bei der Versicherung.