Ida hat mich zusammen mit ihren Freunden hier ein wenig mit der Umgebung vertraut gemacht. Die Stadt ist wirklich sehr klein und über alles liegt tagsüber der Geruch der Papierfabrik. Man kann nicht behaupten dass es stinkt.. es riecht einfach. Die meisten Menschen aus der Umgebung arbeiten in dieser Fabrik. Heute ist allerdings nicht viel los da wir ja Osterwochenende haben. Deshalb wollen wir auch zu Idas Eltern fahren. Ich war recht nervös aber hatte dann ganz schnell andere Sorgen. Der Bus nahm mich beim Wort als ich ihm unterwegs immer wieder sagte: “Halte durch bis wir da sind. Da habe ich dann Zeit dich wieder zu reparieren”. Er weigerte sich anzuspringen. Mit meinem Latein war ich rasch am Ende nachdem er ja fleissig orgelte, Sprit förderte, die Kerzen funkten aber nichts als kleine Spritwölkchen aus dem Auspuff gehustet wurden. Ich vermute mal wieder den nassen Verteilerfinger aber selbst das Austrocknen sowie das Wechseln der inzwischen total schwarzen Zündkerzen brachte nichts. So lernte ich also Idas Vater kennen als er kam um uns zu sich nach Hause abzuschleppen 🙂

Idas Familie lebt mitten im Nirgendwo westlich von Piteå. Die nächste Stadt ist 70km weit weg und sonst gibt es da nur Bäume, Schnee, Seen, Schnee, Fjorde und noch mehr Schnee. Vielleicht war es besser so dass wir gleich das große Thema Auto hatten. Idas Vater repariert alle Autos in der Umgebung und hat eine riesigen Schrauberhalle mit Hebebühne. Hier nehmen wir meinen Bus unter die Lupe. Eines der Kabel vom Verteilerfinger zur Zündkerze war im Halter durchgefault und grün oxidiert. Gefunden haben wir das als es an einer Stelle funkte als Ladung auf den Block übersprang wo keine hin gehörte. Mit einem sanften Ruck war das Kabel komplett durch und wir klemmten es provisorisch fest. Dann starb der Motor unmittelbar nach der Zündung wieder. Hier habe ich das Kabel am Luftmengenmesser vergessen anzuklemmen nachdem wir dem Bus einen Satz neuer Zündkerzen spendiert hatten. Dann habe ich noch ein defektes Kabel zum Ölsignalgeber gefunden. Nicht weiter wichtig aber muss ebenfalls gerichtet werden.

Die Familie ist auf jeden Fall irre nett und es ist erstaunlich wie viel wir mit Englisch, Schwedisch, Deutsch, Händen und Füßen sowie div. Reparaturleitfäden beim Thema Autos austauschen können. Ida ist die meiste Zeit mit schlafen beschäftigt und so muss ich mich eben alleine durchbeißen. Ich kann mich nicht beklagen da ich eine Menge Spaß bei der Sache habe. Mein vieles Deutsches Bier wird ebenfalls wohlwollend aufgenommen und am Ende des Tages ist alle Scheu abgelegt und es gibt eine Menge zu lachen.

Am Abend fahren wir dann mit den Nachbarkids auf Schneemobilen zu einem zugefrorenem See rüber. Dort wird dann bis spät in die Nacht hinein am Lagerfeuer gesessen und erzählt. Auf dem zugefrorenem See lerne ich dann gleich wie man ein Schneemobil fährt. Laut Idas Bruder fahre ich sehr gut für den ersten Versuch. Im Winter fahren hier alle Schneemobile da die Straßen unpassierbar werden. Lediglich in so ca. einem Monat, wenn der Sommer hier oben ankommt, werden die Mobile für 3 Monate eingemottet, gewartet und überholt. Im Moment ist der Schnee leider nicht mehr so gut und die Schneemobile bleiben oft stecken. Es braucht mindestens 2 Paar Hände um so ein Teil wieder vernünftig frei zu bekommen und man landet dabei oft mit der Nase im Schnee. Ich bin sehr froh über den geliehenen Schneeanzug mit dem wir alle irgendwie wie ein Michelin-Männchen aussehen.